Ein Ende ist zeitgleich immer auch ein Anfang

Am 26.04.2003 absolvierte Stefan Kießling seinen ersten Bundesliga-Einsatz, damals noch für den 1. FC Nürnberg. Mehr als 15 Jahre und über 400 Bundesligaspiele später beendet er am Samstag den 12.05.2018, dem 34. Spieltag der aktuellen Saison, seine mehr als beeindruckende Karriere. Mit über 200 Torbeteiligungen war er in den letzten Jahren ein ständiger Erfolgsgarant für Bayer 04 Leverkusen. Doch auch wenn er seine Fußballschuhe am Samstag vorerst das letzte Mal schnüren wird, ist seine Zeit in der Fußballbranche noch lange nicht beendet. Mit seinem Sportmanagement Studium an der ESM-ACADEMY hat er sich bereits rechzeitig ein zweites Standbein gesichert, um seinen Verein auch weiterhin tatkräftig zu unterstützen und sich einen nahtlosen Übergang ins Berufsleben zu ermöglichen. Im Interview sprach er mit uns über das Studium, die Bundesliga für junge Profis und seine Pläne für die Zukunft.

 

Stefan, in der Saison, in der Du das Studium absolviert hast, warst Du in der Liga, im Pokal und in der Champions-League aktiv. Wie hat sich diese Belastung mit einem Sportmanagement-Studium vereinbaren lassen?

Es war anfangs sehr einfach, durch die Euphorie und die Freude das Ganze anzugehen, damit kam ich gut klar. Doch dann hat man wirklich gemerkt, dass es immer schwieriger wird. Mehr Stoff, mehr Themen, die Hausarbeit, das viele Training, die Spiele, die Familie Zuhause und das Privatleben, alles unter einen Hut zu bekommen war nicht einfach. Durch die Flexibilität des ESM – Studienkonzeptes und durch die hervorragende Unterstützung durch meinen Mentor, sowie Disziplin und Willen habe ich es am Ende dann doch ganz gut geschafft.

 Wieso war es Dir wichtig, dir trotz einer so erfolgreichen, langjährigen Profi-Karriere, noch ein zweites Standbein aufzubauen? 

Weil es eben nach der Karriere noch einen weiteren Abschnitt im Leben gibt. Ich wusste zwar noch nicht genau, was ich nach der aktiven Laufbahn machen werde, aber ich wollte mich schon mal weiterbilden und habe damit schon ein wenig vorausgedacht.

Was gibst Du jungen Spielern mit auf den Weg, denen von Vereinen und Beratern oft mit horrenden Geldangeboten der Kopf verdreht wird?

Dass es einfach wichtig ist, dass sie sich wohlfühlen. Wenn man das tut, muss ich nicht immer irgendwelche Herausforderungen suchen, nur um mehr Geld zu verdienen. Allerdings hat jeder seine Ziele und wenn manche sagen, sie wollen irgendwann mal im Ausland spielen um das kennenzulernen, kann man so einen Schritt auch machen. Auch wenn es manchmal schwierig ist, sollten auch junge Fußballer jedoch nie komplett aus den Augen verlieren, dass die Karriere auch leider durch das nächste Foul beendet sein kann.

Auf welche Aufgaben freust Du dich am meisten in deiner zweiten Karriere?

Mehr Zeit mit der Familie zu verbringen. :-). Und dann, je nachdem was ich dann genau mache, die Aufgabe zu 100% anzugehen, so wie ich es immer versucht habe auf dem Platz umzusetzen.

 

Dieses Interview hat uns Stefan Kießling exklusiv gegeben und Ihr werdet es auch noch in der Ausgabe der STADIONWELT vom Mai 2018 finden.