Folge 37 – Katrin Lindt, warum sollten Profisportler immer einen Plan B haben?
Sportmanagement inside - Persönlichkeiten aus dem Sportbusiness: Die 37. Folge ist live!
Das Hochrisiko-Investment Profisport: Zwischen Lebenstraum und Bildungslücke
Der Weg in den Profisport ist statistisch gesehen ein extremes Nadelöhr. Dennoch investieren Tausende Jugendliche Jahre ihres Lebens in diesen Traum – oft auf Kosten ihrer schulischen und beruflichen Ausbildung. Im Interview beleuchtet Katrin Lindt die ökonomischen und strukturellen Risiken einer Profikarriere. Katrin beschäftigt sich seit Jahren wissenschaftlich mit dieser Thematik, promoviert hierzu und hat unter anderem an der Bildungstendenzstudie der Spielergewerkschaft VDV mitgewirkt. Diese ergab, dass rund 50 Prozent aller Fußballprofis über keine Berufsqualifikation verfügen und aktuell auch keine erwerben. Katrin erklärt das psychologische Phänomen dahinter: Gerade Sportler mit einer sehr hohen Risikotoleranz und ausgeprägtem Selbstbewusstsein neigen dazu, Bildungsthemata auszublenden. Doch wenn die sportliche Karriere durch Verletzungen oder Leistungsabfall unerwartet endet, stehen viele Athleten vor einer tiefen Identitätskrise.
Duale Karriere neu denken: Der Mehrwert von Athleten für den Arbeitsmarkt
Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, muss weiter deutlich gemacht werden, dass ein Plan B nicht etwa für Zweifler ist, sondern Teil einer realistischen Planung. Viele olympische Sportarten sind hier schon recht weit, das Mindset im Fußball häufig noch ein anderes. Katrin zeigt zudem auf, dass ehemals aktive Leistungssportler auf dem Arbeitsmarkt hervorragende Karten haben: das Signaling von Disziplin, Druckresistenz und Teamfähigkeit machen sie zu begehrten Kandidaten in HR-Abteilungen. Allerdings fehlt es oft an der formellen Mindestqualifikation, um diese Hürde zu überspringen. Das Gespräch schließt mit konkreten Forderungen für eine zukunftsfähige Ausgestaltung dualer Karrierewege im deutschen Sport.
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