Fachvortrag “Kognitive Leistungsdiagnostik in der Sportpsychologie”

Der Präsentationsraum ist vorbereitet und über 50 Stühle warten darauf, von wissbegierigen Gästen aus der Sportbranche besetzt zu werden, darunter Vertreter des FC Augsburg, 1. FC Heidenheim, SSV Jahn Regensburg, 1. FC Nürnberg, FC Ingolstadt 04, HC Erlangen, FC St. Pauli und TSV 1860 München. Der Präsentationsraum wird „eingerahmt“ von Trikots unserer namhaftesten Absolventen – Sven Ulreich, Stefan Kießling, Per Nilsson, Zlatko Junuzovic und Weltmeister Matthias Ginter bedanken sich damit bei Ihrer „Alma mater“ für die nette Betreuung, das moderne Konzept oder die omnipräsente Unterstützung.

Das Interesse war so groß, dass wir auf einen größeren Raum im Stadtzentrum Nürnbergs ausweichen mussten. Trotzdem waren wir irgendwann gezwungen, keine Anmeldung mehr anzunehmen, da die maximale Teilnehmerzahl erreicht war.

Die zwei Protagonistinnen des Abends machen noch einen letzten Technik-Check und sortieren sowohl ihre Karteikarten als auch ihre Gedanken. Es ist wieder soweit, heute schlagen wir die Brücke zwischen Theorie und Praxis an der renommierten European Sportsmanagement Academy.

Denn das Thema des Abends hatte es in sich: “Kognitive Leistungsdiagnostik in der Sportpsychologie“. Durch Sylvia Rittmanns Zusammenarbeit mit der TSG Hoffenheim erlaubte sie den Gästen einen spannenden Blick hinter die Kulissen ihrer Dissertation sowie des Profifußballs, der sich bereits mit diesem Thema intensiv beschäftigt.

Zu Beginn der Veranstaltung begrüßt ESM-ACADEMY-Geschäftsführerin Daniela Roßberger die Teilnehmer und gibt einen kurzen Einblick in die Tätigkeit der “Managerschmiede Deutschlands“. Wer wird gerade Sportmanager, wer hat sein Sportmanagement Zertifikat bereits erhalten und was gibt es Neues zu vermelden. Anschließend übergibt sie das Wort an die Referentin des Abends.

Ihrer kurzen Vorstellung folgend lässt Sylvia Rittmann einige grundsätzliche Aspekte und Definitionen aus der Sportpsychologie folgen. Dann wird es etwas praxisnäher. Von Soccerbot 360, Neurotracker, Stereovision und Footbonaut ist da die Rede. Das ganze klingt etwas nach Raumschiff Enterprise. Es ist aber mittlerweile neuester Stand der Entwicklung im Profifußball und wird bei einigen Clubs der 1.Bundesliga bereits eingesetzt.

Betrachtet man die Entwicklung des Profifußballs der letzten 20 – 30 Jahre kritisch, so wird deutlich, dass sich in zwei Leistungskomponenten, die die Leistungsfähigkeit eines Bundesligaprofis determinieren, unheimlich viel getan hat. Den meisten interessierten Beobachtern der Szene dürfte nicht entgangen sein, dass das Spieltempo auf dem Rasen enorm zugelegt hat. Auch die einzelnen konditionellen Grundlagen wie Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und Beweglichkeit sind auf einem ganz anderen Niveau als zu Beckenbauers, Müllers und Meiers Zeiten. Summa sumarum bedeutet das, der trainingswissenschaftliche Teil ist weitgehend erforscht und im Profibereich bereits umgesetzt. Da gibt es nur noch marginale Verbesserungschancen.

Die zweite Determinante ist die Taktik. Auch diesbezüglich gibt es mittlerweile eine Fülle von taktischen Konzepten, die in nationalen und internationalen Spielen zu beobachten sind.

Folglich steht nur noch ein Potential zur Verfügung, das noch nicht vollends erforscht und praktisch perfektioniert ist: die kognitive Leistungsfähigkeit der Spieler, sprich die Gehirnleistung. Jedoch geht es genau um diese Ressource bei Rittmanns Vortrag. Die anschließende Fragerunde zeigte ganz deutlich, wie groß das Interesse aktuell ist. Die Fragen von anwesenden Psychologen, Trainern, Spielerberaten, Sportmanagern, Mentalcoaches und vielen weiteren Vertretern der Sportbranche waren schier unerschöpflich und Frau Rittmann gab geduldig Auskunft, in welcher Hinsicht und Zeitachse sich diese Thematik entwickeln könnte.

Abgerundet wurde die gelungene Veranstaltung mit einem Get together bei Brezen, Snacks und kühlen Getränken.

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