Karriere nach der Karriere

Die Spielergewerkschaft VDV schlägt wieder einmal Alarm – zu viele Profis haben keinen Plan B für die Zeit nach der aktiven Karriere. Seit Jahren beschäftigt sich die VDV schon mit dieser Thematik und engagiert sogar Karriere-Coaches und Laufbahnkoordinatoren. Doch den Blick über den Tellerrand “Fußball” wollen viele, vor allem junge Spieler, noch nicht wagen. Gerade einmal volljährig verdienen sie schon sehr viel Geld und müssen sich um fast nichts kümmern, außer regelmäßig ihre Leistung auf dem Platz zu liefern.

Eine neue Studie der VDV liefert wieder einmal bemerkenswerte Zahlen. Die Schulbildung ist auf Grund der Nachwuchsleistungszentren zwar deutlich besser geworden, mittlerweile besitzen zwei Drittel der Profis (Fach-)Abitur. Dennoch sind 50% aller Profifußballer ohne jegliche berufliche Qualifikation und nur ein Drittel geben an, sich überhaupt mit dem Thema “Zweite Karriere” zu beschäftigen – und das, obwohl nur 3% der Spieler davon ausgehen, ihren aktuellen Lebensstandard auch nach der aktiven Karriere problemlos weiter leben zu können. Doch selbst die Herausgeber der Studie merken an, dass das Ausfüllen des Fragebogens freiwillig war – die tatsächlichen Zahlen könnten also noch deutlich alarmierender sein.

Ca. 80% der Spieler geben an, nach der Karriere gerne weiter in der Fußballbranche tätig sein zu wollen – doch die Anzahl der freien Stellen ist deutlich geringer. Deshalb gilt es sich von den anderen Spielern abzuheben, beispielsweise durch eine Ausbildung oder ein Studium im Bereich Sportmanagement. Am besten ist es dabei, das Studium bereits während der aktiven Karriere flexibel zu absolvieren, so dass im Anschluss an die aktive Zeit ein nahtloser Übergang ins Berufsleben möglich ist.

 

Quelle: kicker vom 30.04.2018